Diakonie-Kliniken Kassel

 

Sturz-Prävention

Vermeidung von Stürzen in den Diakonie-Kliniken Kassel

Bedingt durch den demografischen Wandel und die Veränderungen im Gesundheitswesen haben sich unsere Krankenhaus-Patienten deutlich verändert; sie sind zum einen wesentlich älter und zum anderen deutlich hilfs- und unterstützungsbedürftiger als früher.
Um diesem veränderten Betreuungsbedarf Rechnung zu tragen, hat sich seit 2003 eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter anderen mit dem Thema Sturzprävention beschäftigt. Zunächst erfolgte eine Bestandsaufnahme und Bewertung, um überhaupt die bis dahin durchgeführten Maßnahmen zur Vorbeugung von Stürzen festzustellen. Es zeigte sich Handlungsbedarf, und seitdem flossen die neuen Erkenntnisse in die Planungen und die Weiterentwicklung ein. Unser Ziel war und ist es, das Sturzrisiko der Patienten rechtzeitig zu erkennen und Stürze zu verhindern.

Bewegungssicherheit im Alter ist folglich nicht nur ein zentrales Anliegen für die Diakonie-Kliniken aus Gründen der Patientensicherheit, sondern wichtig für jeden Einzelnen, zur Gewährleistung der eigenen Lebensqualität. Die Pflegekräfte erfragen bereits bei der Aufnahme das Sturzrisiko. Erforderliche Schritte werden mit dem Patienten bzw. seinen Angehörigen gemeinsam festgelegt. Die wichtigsten Informationen sind in einem Flyer zusammengefasst.

Wodurch werden Stürze verursacht?

Ein Drittel aller Menschen über 65 Jahre stürzt mindestens einmal jährlich. Jeder 10. Sturz führt dabei zu behandlungsbedürftigen Verletzungen, jeder 20. gar zu einer Fraktur. Am häufigsten sind Hüftgelenk, Schulter, Vorderarm und Beckenskelett betroffen.
Bei ca. 80 % der Stürze liegen die Sturzursachen zum entscheidenden Teil beim Stürzenden selbst. Dabei ist zu beachten, dass Stürze nicht durch die einzelne Erkrankung ausgelöst werden, sondern sich in der Regel aus einer Vielzahl individueller verschiedener Faktoren ergeben.
Stürze kündigen sich z. B. dadurch an, dass Tätigkeiten nicht mehr mit der gewohnten Sicherheit auf Grund nachlassender Kräfte durchgeführt werden können. Eine häufige Ursache ist eine Gangunsicherheit bei einer vorliegenden Gleichgewichtsstörung, allgemeine Muskelschwäche sowie ein verlangsamter Abstütz- und Abwehrreflex. So häufen sich z.B. Unfälle bei bestehenden Erkrankungen des Bewegungsapparates, des Nervensystems, des Hör- und Gleichgewichtsorgans. Aber auch Hirnleistungsstörungen, psychische Faktoren, Lungenentzündungen, Flüssigkeitsmangel oder bestimmte Medikamente können Stürze fördern.

Wie wird ein Sturzrisiko erkannt?

Bei den Patienten in unserem Klinischen Zentrum für Geriatrie ist das Risiko eines Sturzes besonders hoch. Die Einschätzung einer Sturzgefährdung wird bei einem so genannten Assessment festgestellt. Unter Assessment versteht man ein zusätzliches Verfahren zur Befunderhebung, bei dem nicht nur die körperlichen Funktionen berücksichtigt werden, sondern auch das Lebensumfeld, die persönlichen Wertvorstellungen und sozialen Ressourcen. Das daraus gewonnene Gesamtbild verhilft dazu, die Einschränkungen, aber auch die verbliebenen Fähigkeiten der Patienten umfassend zu beurteilen und eine individuelle ganzheitliche Therapie festzulegen.

Maßnahmen zur Sturzvermeidung

1. Gezieltes Erfragen von Vorerkrankungen

2. Überprüfen und evtl. Anpassen der Medikation

3. Bei eingeschränkten Sehvermögen eine Korrektur mittels Brillenanpassung oder Augenoperation vornehmen lassen

4. Bei Mangelernährung eine gezielte Ernährungstherapie durchführen

5. Auf entsprechendes Schuhwerk hinweisen

6. Auf den Patienten abgestimmte Hilfsmittel verwenden

7. Körperliche Übungsprogramme zur Stärkung der Muskulatur, Verbesserung des Gleichgewichts und Förderung der Beweglichkeit

8. Hüftprotektoren zum Schutz vor Schenkelhalsfrakturen

Unumgänglich zur Vermeidung von Stürzen ist das Zusammenwirken von Patienten, Angehörigen, Pflegekräften, Ärzten und Therapeuten. Nur mit einer genau auf den einzelnen Patienten abgestimmten Behandlung kann unser Ziel der größtmöglichen Patientensicherheit erreicht werden.

AUSDRUCK