Diakonie-Kliniken Kassel

 

Informationen Diagnostik/Therapie

Doppeluntersuchung
 
 

Funktionelle Untersuchungen des arteriellen Gefäßsystems

Ultraschalluntersuchungen
Mit Hilfe dieser schmerz- und nebenwirkungsfreien Untersuchungsverfahren lässt sich meist festlegen, ob die geklagten Beschwerden durch Verengungen oder Verschlüsse des arteriellen Gefäßsystems, d. h. durch eine Durchblutungsstörung der Pulsarterien hervorgerufen werden. Die Knöchelarteriendrucke werden mit Hilfe einer Ultraschallsonde exakt gemessen und zu den Blutdruckwerten am Arm in Beziehung gesetzt. Die Aufzeichnung von Flusskurven erlaubt ohne Kontrastmittel und Röntgenstrahlen die Aufdeckung und Lokalisation von Gefäßverengungen (Stenosen) oder Verschlüssen. Die Ultraschalldiagnostik stößt auf Schwierigkeiten beim Diabetiker, weil hier häufig porzellanharte Gefäßwandverkalkungen eine Kompression mit der Blutdruckmanschette unmöglich machen.
Ultraschallbild
 
Diagnosesicherung
 
Farbcodierte Duplexsonographie
Über 90 Prozent der Verengungen oder Verschlüsse der hirnversorgenden Arterien, wegen derer Patienten die unsere Sprechstunde aufsuchen, können ausschließlich mit Hilfe dieser speziellen Ultraschallverfahren diagnostiziert werden. Die Duplexsonographie erlaubt nicht nur die Darstellung der Blutströmung und der Strömungsrichtung, sie erlaubt auch eine Darstellung der Gefäßwände und damit die Darstellung krankhafter Wandverdickungen. Mit Hilfe der Duplexsonographie lässt sich das Ausmaß einer Gefäßverengung (Stenosegrad) außerordentlich exakt festlegen. Über 70 %ige Einengungen der Hauptversorgungsarterie des Gehirns (Arteria carotis interna) gelten heute allgemein als operationsbedürftig. Verschlussprozesse an den hirnversorgenden Arterien können lange Zeit unbemerkt bleiben, so dass häufig eine plötzlich eintretende Sehstörungen oder eine Halbseitenlähmung der erste Hinweis auf eine Erkrankung der hirnversorgenden Gefäße ist. Wir führen daher bei fast jeder Untersuchung eines Patienten mit einer arteriellen Verschlusskrankheit eine Duplexsonographie der hirnversorgenden Arterien durch.
 
 
Pulswellenaufzeichnung (Oszillographie)
Die Oszillographie stellt ein älteres Untersuchungsverfahren dar, wobei mit aufblasbaren Manschetten, die am Oberschenkel, Unterschenkel, aber auch an Zehen und Fingern angelegt werden können, Gefäßverschlüsse und deren Lokalisation bestimmt werden können. Die Oszillographie ist heute weitgehend durch die exakteren Ultraschallverfahren verdrängt. Sie wird heute noch benutzt als sog. akrale Oszillographie zur Diagnostik von Gefäßverschlüssen im Bereich der Hand- und Fingerarterien.
Messgerät zur transkuzanen Sauerstoffmessung
 
Messung der Sauerstoffversorgung der Haut (transkutane Sauerstoffdruckmessung)
Bei der transkutanen Sauerstoffdruckmessung wird mit beheizbaren Sonden (45 °C) die durch die Haut abgegebene und im Gewebe vorhandene Sauerstoffmenge gemessen. Diese Bestimmungen, die in verschiedenen Höhen an einer Extremität vorgenommen werden können, erlauben Rückschlüsse auf die Durchblutungssituation der darunterliegenden Gewebsschichten. Bei unvermeidlichen Amputationen hilft die transkutane Sauerstoffdruckmessung z. B. bei der Festlegung der Amputationshöhe. Auch die Wirksamkeit von verschiedenen Behandlungsverfahren kann damit beurteilt werden.
Einengung der inneren Halsschlagader
 
Kernspinnangiographie (MRA)
Die Kernspintomographie steht als Diagnoseverfahren seit Anfang der 80er-Jahre zur Verfügung. Bei Ihr wird der Körper - vereinfacht ausgedrückt - einem starken Magnetfeld ausgesetzt. Durch spezielle Messtechniken ist es möglich, ohne die Anwendung eines Katheters die Blutgefäße in sämtlichen Körperregionen darzustellen, wobei die Untersuchung je nach Fragestellung und zu untersuchender Region ohne oder auch mit Hilfe eines in eine Armvene injizierten Kontrastmittels durchgeführt wird. Ähnlich wie die Computertomographie bietet die Kernspintomographie die Möglichkeit, sowohl den durchbluteten Gefäßabschnitt als auch Veränderungen der Gefäßwände darzustellen.
 
Computertomographie (CT, CT-Angiographie)
Auch die Spiral-Computertomographie erlaubt seit mehreren Jahren eine Darstellung der Blutgefäße in unterschiedlichen Techniken. Die CT-Angiographie (CTA) ist ein geringinvasives Untersuchungsverfahren mit einer hohen räumlichen, aber noch begrenzten zeitlichen Auflösung. Die CTA erfordert jedoch ähnlich wie die DSA die Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln. Es besteht eine nicht zu vernachlässigende Strahlenexposition. Der große Vorteil der computertomographischen Gefäßdiagnostik besteht jedoch in der gleichzeitigen Erfassung von Gefäßverkalkungen, der Möglichkeit der Beurteilung der Wandstruktur größerer Gefäße sowie der exakten Bestimmung eines Gefäßdurchmessers. Sie bietet damit im Vergleich zur DSA bei bestimmten Fragestellungen eine bessere diagnostische Aussage.
 
Konventionelle Angiographie (DSA)
Viele Jahrzehnte lang galt die Angiographie als das Verfahren der Wahl zur Diagnostik von Gefäßerkrankungen. Die erste zerebrale Angiographie wurde 1927 von Egas Moniz und die erste Aortographie durch die Bauchschlagader wurde 1929 von Reynaldo dos Santos durchgeführt. Bei diesem Untersuchungsverfahren wird in örtlicher Betäubung mittels verschiedener Techniken ein dünner Plastikschlauch (Katheter) meist von der Leiste oder der Armarterien aus in das Gefäßsystem eingebracht. Nach der Gabe eines Kontrastmittels zum „Anfärben“ des Blutes ist dann sowohl das Gefäßsystem als auch der Fluss des Blutes selbst beurteilbar. Nach der Entwicklung neuer, besser verträglicher Kontrastmittel folgte in den 70er-Jahren eine weiteren grundlegenden Verbesserung dieser Untersuchungstechnik durch die Einführung der digitalen Subtraktionsangiographie (DSA). Heute sind strahlenbelastende Kontrastmitteluntersuchungen des arteriellen Gefäßsystems (Arteriographie, Angiographie) nur erforderlich bei geplanten lumeneröffnenden Maßnahmen durch Kathetertechniken (Ballonkatheter, Aspirationskatheter) oder vor geplanten Gefäßoperationen, beispielsweise einem Bypass.


 
 

Funktionelle Untersuchungen des Venensystems

Venenverschlussplethysmographie
Am hochgelegten Bein (45 Grad) wird am Oberschenkel eine zirkuläre Manschette auf 80 bis 100 mmHg aufgepumpt. Bei voll erhaltenem arteriellen Einstrom wird zunächst das Fassungsvermögen des venösen Gefäßsystems bestimmt (venöse Kapazität). Nachdem die Kurve ein Plateau erreicht hat, wird die Manschette schlagartig abgelassen, so dass das venöse Blut jetzt zum rechten Herzen zurückströmen kann. Dies erlaubt die Messung des maximalen Ausstromes. Die Messungen erfolgen mit Hilfe eines sog. Dehnungsmessstreifens, der an der Wade angelegt wird. Mit Hilfe dieses Dehnungsmessstreifens, der in Abhängigkeit von seiner Dehnung einen wechselnden elektrischen Widerstand bildet, kann am stehenden Patienten auch die Pumpfunktion der sog. Gelenkmuskelpumpe ermittelt werden. Dabei muss der Patient ohne die Oberschenkelmanschette nach Metronomdiktat zehn Zehenstände ausführen. Die aufgezeichnete Kurve beschreibt das durch die Muskelpumpe nach oben beförderte Blutvolumen.
 
Phlebodynamometrie
Bei der Venendruckmessung wird am stehenden Patienten eine feine Kanüle in eine Fußrückvene eingebracht. Über einen im gleichen Niveau platzierten Druckaufnehmer lässt sich zunächst der Ruhedruck in dieser Vene gewissermaßen am tiefsten Punkt des Venensystems bestimmen. Sodann führt der Patient zehn Zehenstände aus. Hierbei kommt es unter normalen Bedingungen zu einem schrittweisen Druckabfall. Bei einem vorgeschalteten Hindernis (Venenverschluss) am Unterschenkel, Oberschenkel oder im Beckenbereich bleibt dieser Druckabfall u. U. aus oder es kommt sogar zu einem Druckanstieg.

Ultraschalldoppler- und Duplexuntersuchung
Mit Hilfe der verschiedenen Ultraschallverfahren lassen sich Venenverschlüsse, insbes. am Oberschenkel und im Beckenbereich lokalisieren. Schwierig und zeitaufwendig kann die Thrombosediagnostik am Unterschenkel sein. Die Ultraschalluntersuchung erlaubt auch Aussagen über die Funktionsfähigkeit der Venenklappen sowohl des tiefen als auch des oberflächlichen Venensystems. Die Diagnostik von Krampfadern ist heute weitgehend mit Hilfe der Ultraschallverfahren möglich.
Duplexsonographie
 
Bei fraglichen oder unklaren Befunden,muss allerdings eine Kontrastmitteldarstellung des Venensystems, eine sog. ascendierende Phlebographie/ Pressphlebographie (s. Röntgenabteilung) vorgenommen werden.
Venenröntgenuntersuchung
 
Eine Venenröntgenuntersuchung ist auch erforderlich bei allen rekonstruktiven Eingriffen am tiefen Venensystem, d. h. bei der Überbrückung von Venenverschlüssen (Palma-Operation) oder bei rekonstruktiven Operationen an den Klappen des tiefen Venensystems.

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