Burgfeld inspiriert 91-jährige Dichterin
Altersmedizin wirkt Wunder: Dass die Geriatrie am Burgfeld-Krankenhaus top ist, bewies Hildegard Klitschke. Die 91-jährige schrieb während ihres 3-wöchigen Krankenhausaufenthaltes auf der Station 6 im Burgfeld-Krankenhaus Gedichte.
Vielen Dank an unseren Sozialdienst, der das Talent entdeckte.
Was die 91-jährige handschriftlich zu Papier brachte, lesen Sie hier:
Nun bin ich alt, an meinem Körper merk´ ich´s halt.
Ich kann nicht mehr so lange laufen, bleib oft stehen und muss verschnaufen.
Auch der Rücken tut so weh, ich geh so krumm,
wie die Hexe im Wald, ich glaub der Herrgott holt mich bald.
Es zwickt mich hier und zwickt mich da,
auch ist die Lust schon lange nicht mehr da,
um wichtige Dinge zu bezwingen, auch mag ich keine Lieder singen.
Die Falten werden immer mehr, ich glaub das Liften, das muss her.
Doch lass ich dieses lieber sein, ich bleib so wie ich bin, das find ich fein.
Jeder kann mein Alter sehen, das ist nun mal der Lebenslauf,
der eine schneller nun ergraut, ich hatte Glück und blick´ auf die 91 Jahre nun zurück.
Doch manchmal kommt die Angst zu mir,
das Herz pocht rasend schnell, dann bleibt es stehn, wie lange mag es wohl noch gehn.
Dann hör ich die Stimme vom Ehemann laut, „hör auf zu klagen, ich will Dir sagen,
Du lebst noch lange hier auf Erden, Du wirst so alt wie Methusalem werden“.
Und wenn ich einmal nicht mehr bin, ob die Menschen, die ich liebe, traurig sind?
Ein Schwein, das muss man haben. Man hat im Leben viel zu tragen.
Es ist nicht immer Sonnenschein, Pech tritt auch im Leben ein.
Und geht die Sache glimpflich aus, spricht man vom Glück,
doch kann der Schaden größer sein, dann hat man Schwein.
Und ist die Börse einmal leer, das Schwein muss her.
Geraubt wird dann das Innenleben, das Schwein hält still,
weil man die Euros haben will.
Drum hüte dieses Tier recht gut, dann verliert man nie den Mut.
Glück soll es bringen, Jahr um Jahr, dafür ist das Schwein nun da.
Hildegard Klitschke