Diakonie-Kliniken Kassel

 

Screening im ersten Drittel der Schwangerschaft / Nackentransparenzmessung

 
Jede Schwangere hat ein unterschiedlich hohes Risiko, ein Kind mit einem „Down-Syndrom“ (Trisomie 21) zu bekommen. Dieses Risiko ist zunächst abhängig von ihrem Alter: Je älter sie ist, umso höher ist das Risiko. In Bezug auf das Alter bezeichnet man dies als „Basisrisiko“ oder „Hintergrundsrisiko“. Es erhöht oder mindert sich durch bestimmte Parameter (z.B. die familiäre Vorgeschichte oder durch die Dicke der Nackenfalte).
Jedes Kind hat während eines bestimmten Zeitraumes in der Schwangerschaft eine Nackenfalte/-transparenz (NT), die gemessen werden kann. Je dicker die Nackenfalte, desto mehr erhöht sich das Basisrisiko - je dünner die Nackenfalte, desto mehr wird das Basisrisiko vermindert.

Mit Hilfe eines Computerprogramms wird unter Eingabe des gemessenen Wertes und der vorhandenen persönlichen Daten eine individuelle Risikoberechnung vorgenommen, die sich auf statistische Daten stützt. Mit dieser Methode werden ca. 80 Prozent der Kinder mit Trisomie 21 erfasst.
 

Serumscreening

Mit einer zusätzlichen mütterlichen Blutuntersuchung (Serumscreening) kann die Entdeckungsrate auf 90 % gesteigert werden. Dabei werden zwei Faktoren (PAPP-A und freies ß-HCG) im Blutserum gemessen. Die gesammelten Befunde (US und Blutwerte) werden ausgewertet und ein individuelles Risiko ermittelt, welches als Verhältnis-Zahl angegeben wird (z.B. Risiko für Down-Syndrom 1:500 bedeutet, dass von 500 Schwangeren mit denselben Werten eine Frau ein Kind mit Down-Syndrom bekäme). Beide Methoden sind jedoch lediglich statistische Risikoabschätzungen und können keine hundertprozentige Sicherheit für den Ausschluss von Chromosomen-schäden beim Kind geben. Der nahezu sichere Ausschluss von Chromosomenstörungen ist nur durch eine Fruchtwasserentnahme (Amniozentese) oder Entnahme von Plazentagewebe (Chorionzottenbiopsie) möglich. Diese Methoden sind am sichersten, haben aber den Nachteil, dass sie nicht risikofrei durchgeführt werden können (Fehlgeburtsrisiko ca. 0,5 % bei der Amniozentese).

Screening im zweiten Drittel der Schwangerschaft

Auch mit der Triple-Diagnostik (zwischen der 15. und 20. Schwangerschaftswoche) kann lediglich das statistische Risiko einer Frau, ein Kind mit Down-Syndrom oder einer Spaltbildung des Rückens zu bekommen, besser eingeschätzt werden. Aus den Werten dreier Eiweißstoffe im mütterlichen Blut und dem Alter errechnet man die statistischen Wahrscheinlichkeiten für die genannten Erkrankungen.
Nachteilig ist, dass dieser Test erst ab der 15. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann (NT-Messung/Serumscreening ab 12. SSW) und störanfällig ist.
Durch die Triple-Diagnostik können nur etwa 60 % aller Down-Syndrome und etwa 80 % aller Spaltbildungen des Rückens aufgedeckt werden.
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