Diakonissen im Mutterhaus
der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel
Die 44 Frauen, die heute als Diakonissen im Mutterhaus oder in den Einrichtungen des Kurhessischen Diakonissenhauses leben, sind Teil der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus. Im Zusammenleben versuchen sie, den christlichen Auftrag zu verwirklichen, indem sie eine Glaubens-, Lebens-, und Dienstgemeinschaft bilden. Das bedeutet, sie beten miteinander, feiern Gottesdienste, nehmen zusammen die Mahlzeiten ein, kommen zu Festen zusammen und stehen füreinander ein. Die Schwestern fühlen sich durch das um den Hals getragene Kreuz sowie eine gemeinsame Tracht verbunden, zu der auch eine Haube gehört.
Drei der Diakonissen leben als „Diakonissen neuer Form“: Sie sind Teil der Glaubens- und Dienstgemeinschaft, wohnen aber nicht in der Gemeinschaft. Sie nehmen beispielsweise als Religionspädagogin oder als Erzieherin Aufgaben außerhalb des Mutterhauses wahr.
Eine kleine Gruppe von Diakonissen steht noch aktiv im Berufsleben: Zum Beispiel in der Altenarbeit, in der Hauswirtschaft, in der Religionspädagogik oder in der Jugendhilfe. Sie arbeiten als Organistin, Küsterin, Kirchenmusikerin, Sekretärin oder etwa in der Nähstube. Ihr Verdienst sowie die Renteneinnahmen der Diakonissen fließen in die Gemeinschaftskasse. Hieraus werden Lebensunterhalt oder zum Beispiel Kuraufenthalte und Ausflüge bestritten. Über ein monatliches Taschengeld und Feriengeld können sie persönlich verfügen. Viele Aufgaben in der Gemeinschaft werden von Diakonissen ehrenamtlich wahrgenommen. Das Café im Altenheim Salem, der Pfortendienst, Vorlesen in der Kindertagesstätte im Kleinen Holzweg, Kinder- und Frauenarbeit in der Gemeinde oder die Betreuung der „Feierabendschwestern“, also Diakonissen in Rente, sind Beispiele hierfür.
Mit der Einsegnung gehören Diakonissen lebenslang zur Schwesternschaft. Dadurch sind sie auch nach dem Berufsleben über die Versorgungsordnung bis an ihr Lebensende abgesichert. Im Alter wohnen die Schwestern in den Altenhilfeeinrichtungen der Stiftung, vor allem im Haus Salem, im Amalienhaus und auch im Mutterhaus. So weit es ihnen möglich ist, nehmen sie am geistlichen und kulturellen Leben im Mutterhaus teil. Sie stehen als Feierabendschwestern den Jüngeren mit Rat, ihrer Erfahrung oder auch im Gebet zur Seite. Ihre letzte Ruhe finden sie in einem Gemeinschaftsfeld auf dem Wehlheider Friedhof im Westen Kassels.